Landesweiter Aktionstag in Stuttgart

„Ich finde es gut, dass Sie als Beschäftigte in der Pflege, als Auszubildende, als Fachkräfte aber auch als Lehrerinnen, dass Sie aufstehen, dass Sie sich endlich wehren, gegen die Zustände, die teilweise für Sie und an ihrem Arbeitsplatz sind und vor allem gegen die Bedingungen.“ Dieses Zitat entstammt der Stellungnahme der Sozialministerin Katrin Altpeter von Baden-Württemberg vor dem Sozialministerium am 12. Mai 2015 in Stuttgart (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=YSiKgzG_zEA). 

 

Die Katholische Arbeiterbewegung (KAB), Verdi und die Pflege am Boden Gemeinschaft Stuttgart-Nürtingen (PaB) haben gemeinsam in Stuttgart zum Internationalen Tag der Pflege eine Kundgebung  von 11.00 Uhr bis ca. 13.00 Uhr organsiert.  Unter dem Motto "Gemeinsam bewegen, was uns verbindet“ - Wir ergreifen Partei für eine gute Pflege!" forderten sie gemeinsam einen höheren Personalschlüssel, um PatentInnen und BewohnerInnen adäquat versorgen zu können! Eine Verbesserung der praktischen Pflegeausbildung, um eine professionelle Pflege gewährleisten zu können! Eine den Anforderungen und Kompetenzen entsprechende Belohnung!

Bei schönstem Wetter erschienen mehr als 400 TeilnehmerInnen, die am Interimslandtag Ihre Forderungen stellten und gespannt den VertreterInnen der Politik zuhörten.  Es reisten Pflegekräfte aus Basel, Bayern, Hessen und Rheinland Pfalz an. Ein großer Dank geht an Herr Lothar Schuchmann (LAG Gesundheit und Soziales Die Linke Freiburg) sowie dem Kreisverband die Linke Stuttgart, welche die Aktion tatkräftig unterstützten.

Karin Maag MdB (CDU) und Heike Baehrens MdB (SPD) betonten, dass im Pflegestärkungsgesetz schon wesentliche Verbesserungen beschlossen worden sind. Sie befürworteten alle die Aktion und bestätigten, dass die hervorragende Arbeit der Pflegekräfte durch entsprechende Tarife anerkannt werden muss!

Fr. Altpeter betonte, dass die Träger die Rahmenvereinbarungen mit den Kassen gekündigt haben und mit ihnen am Verhandeln seien. Hier kann Fr. Altpeter angeblich nur begrenzt in die Selbstverwaltung eingreifen, aber sie möchte hier vermitteln, dass sich die Pflege zügig verbessert!

Kritisch wiederum ist anzumerken, dass die Politik auf die Träger und Kassen verweist. Es ist des Weiteren bekannt, dass die Träger auf die Kassen und die Politik verweisen. Und die Kassen schieben es wieder auf die Träger und auf die Politik! Die Intiative „Pflege am Boden“ möchte genau diesem  Teufelskreis beenden! Zusätzlich ist für Experten aus der Pflegepraxis das Pflegestärkungsgesetz nur ein kleiner Anfang um die Pflegesituation zu verbessern. Hier muss eindeutig mehr geschehen!

Zusammenfassend wünschen sich alle Beteiligten der Kundgebung, dass die Pflegekräfte weiterhin selbstbewusst für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege kämpfen und Ihre Erfahrungen öffentlich machen sollten, sowie sich aktiv in einer MAV betätigen oder in eine Gewerkschaft oder Berufsverband  eintreten sollten, denn momentan sind nur 30% aller Pflegekräfte in einem Berufsverband oder in einer Gewerkschaft.

Diskussionsrunde mit Michael Hennrich MdB

Pflegekräfte kämpfen um mehr Menschenwürde

 

Am Samstag, den 10.Mai 2014 trafen sich deutschlandweit in ca. 81 Städten Pflegekräfte und pflegende Angehörige. um auf die momentane Pflegesituation aufmerksam zu machen. Die Pflegesituation in Deutschland wird zunehmend unzumutbarer für Pflegebedürftige sowie für pflegende Angehörige und Pflegekräfte.

 

In Nürtingen fand die Aktion Pflege am Boden zum dritten Mal statt. Ein besonderer Dank geht an die Pflegekräfte des Seniorenzentrums im Schlossgarten aus Köngen. Insgesamt versammelten sich 12 Pflegekräfte und eine Fahrradfahrerin, die von der Aktion nichts wusste und stellte sich spontan dazu.

 

Die Gemeinschaft Pflege am Boden, die unabhängig von Parteien, Berufsverbänden und Gewerkschaften ist, verfolgt folgende Ziele:

 

  • bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der Patienten,

  • eine den Anforderungen entsprechende Entlohnung,

  • eine einheitliche Personalbemessungen, um Patienten/Bewohner adäquat versorgen zu können,

  • Programme, um den Beruf für den Nachwuchs interessanter zu gestalten,

  • Aufstiegsmöglichkeiten für professionelle Pflegekräfte schaffen,

  • Kompetenzfelder entwickeln in denen Pflegekräfte innerhalb ihrer Kompetenzen autark arbeiten können,

  • Stärkung der Rechte pflegender Angehörigen,

    • z. B. Programme, um zu Vermeiden, dass diese in eine Armutsspirale geraten,

  • Stärkung der ambulanten pflegerischen Betreuung, auch durch adäquate Unterstützung der pflegenden Angehörigen, die eine der größten Säulen in der Pflege in Deutschland sind.Bricht diese Säule zusammen kann sich das Fachkräfteproblem noch mehr verstärken.

 

 

 

Ein weiteres wichtiges Anliegen von Pflege am Boden ist, dass die Menschenwürde vor Gewinnmaximierung stehen sollte. Der Mensch sollte wieder im Vordergrund von pflegerischen Überlegungen stehen und nicht der Gewinn für das Unternehmen.

 

Pflegekräfte demonstrieren gegen Pflegenotstand

Am Samstag, den 12. April 2014 trafen sich bundesweit über 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 83 Städten, um für bessere Verhältnisse in der Pflege zu demonstrieren.

 

In allen beteiligten Städten legten sich die Pflegekräfte, sowie pflegende Angehörige für 10 Minuten symbolisch auf den Boden. Transparente, Plakate und Isomatten sind die Erkennungszeichen.

 

Auch in Nürtingen beteiligten sich erneut Pflegekräfte an dieser Demonstration. Insgesamt versammelten sich um 11.55 Uhr 20 Pflegekräfte aus der Gesundheits-und Krankenpflege sowie Altenpflege in der Kirchstraße zwischen Volksbank und NC zu diesem Smartmob. Die Uhrzeit wurde gewählt, um zu verdeutlichen, dass die Situation in der Pflege auf 5 vor 12 steht.

 

Für immer mehr Menschen wird der Pflegenotstand spürbar.

Das bundesweite Personenbündnis „Pflege am Boden“ sieht ein Hauptproblem in dem Mangel an Personal-Stellen für professionelle Pflege. So wird mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs nicht eine Pflegekraft mehr eingestellt!

 

Ziel der Bewegung ist es, die Öffentlichkeit für wirkungsvolle politische Veränderungen zu gewinnen. Angesichts der fehlenden Lobby der Pflegebranche und der pflegenden Angehörigen drohen politische Entscheidungen, die das Problem nur noch weiter verschärfen. Deswegen muss der außerparlamentarische Druck auf die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker erhöht werden. Aus diesem Grund wurde in der Planung zu diesem Smartmob von der Organisatorin Cornelia Zink Vertreter diverser Parteien angeschrieben. Zur Freude aller Beteiligten erschien MdB Michael Hennrich (CDU) und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit.

 

Er zeigte sich gesprächsbereit und hörte sich die Probleme und Argumente der Beteiligten an. Es wurde sogleich eine Diskussionsrunde am 21.06.2014 von 13.00 Uhr-15.00 Uhr vereinbart, um sich direkt über die Probleme in der Pflege auszutauschen.

 

Nach ca. 10 Minuten löste sich der Smartmob auf und es wurde von der Organisation über den nächsten Termin zum Smartmob am 10. Mai 2014 um 14.00 Uhr informiert. Wobei am Internationale Tag der Pflegenden, dem 12. Mai unter dem Motto ,,Pflege am Boden - Pflege braucht Beachtung'', in Hamburg eine große Demonstration geplant ist. Das bundesweite Personenbündnis „Pflege am Boden“ wird solange weiter machen, bis die Politik handelt und beispielsweise bundeseinheitliche Mindestpersonalschlüssel gesetzlich verankert.

Jeder kann mitmachen! Wer sich nicht hinlegen kann oder will: Wir können jede Menge Bei-Stand gebrauchen. (Autor: Fabian Kulf und Cornelia Zink)

Smartmob Pflege am Boden in Nürtingen

bereits beim erstem Smartmob in Nürtingen nahmen ca. 25 Teilnehmer teil, dies zeigt wie brennen auch die Sorgen der Pflegenden auch in dieser Region sind.

Sinnbildlich für die Situation der Pflege
Photo: Andera Mayer

 

 

Von Cornelia Zink

MitarbeiterInnen aus Pflegeberufen und pflegende Angehörige protestierten gegen den Pflegenotstand und für bessere Arbeitsbedingungen.

Am Samstag, den 8. März 2014 um 16.00 Uhr lagen ca. 25 Frauen und Männer auf dem Schillerplatz in Nürtingen auf dem Boden. Fast 15 Minuten verharrten sie mit beschrifteten Plakaten.

Cornelia Zink (Pflegepädagogin BA) organisierte diesen „Smartmob“ zum ersten Mal in Nürtingen. Sie wurde unterstützt von Andrea Mayer Pflege am Boden Stuttgart und einer PDL aus Nürtingen.

„Pflege am Boden“ ist ein von Parteien, Gewerkschaften und Berufsverbänden unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten und pflegende Angehörige.

 

Unter dem Motto „Die Pflege liegt am Boden“ wurde deutschlandweit zum sechsten Mal in  84 Städten ein Flashmob oder Smartmob zu den derzeitigen Zuständen in der deutschen Pflegebranche am vergangenen Wochenende über Facebook, E-Mails und persönlichen Gesprächen organisiert.

 

Die Liegenden sind der Ansicht, dass auf die Missstände in der Pflege hingewiesen werden muss, dass es nicht mehr ausreicht nur zu reden oder zu jammern. Die Pflege ist die Arbeit am Menschen. Die Situation der Pflegenden hat sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Unsere täglichen Herausforderungen werden erschwert durch Arbeitskräftemangel, zu niedrige Bezahlung und eine geringe Wertschätzung der Tätigkeit. Unter diesen Voraussetzungen wird unsere Arbeit physisch und psychisch immer belastender. Wir liegen am Boden. Wegen den schlechten Arbeitsbedingungen wird der Pflegeberuf für BerufseinsteigerInnen immer unattraktiver und das in Zeiten des Pflegenotstands. Wir haben immer weniger Zeit für immer mehr zu pflegende Menschen. Der erhöhte Aufwand für die Dokumentation der Pflege stiehlt uns wertvolle Zeit am Patienten.

Mit unserer Aktion wollen wir die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber auf die Lage der Pflege aufmerksam machen. Wir möchten Veränderungen auf politischer Ebene erwirken, die die Arbeitsbedingungen für Pflegende verbessern und ausreichend Zeit für die Bedürfnisse der zu Pflegenden garantieren. Das schließt einheitliche Personalbemessungen, um Pflegebedürftige adäquat versorgen zu können, mit ein.

Unsere Arbeit ist intensiv und oft auch mühsam. Eine diesen Anforderungen entsprechende Entlohnung ist angebracht und wir fordern diese guten Gewissens ein. Die Beziehung zwischen Pflegenden und Gepflegten muss bewahrt werden. Wir wollen, dass sie wieder menschenwürdig und zugewandt gestaltet werden kann. Darum legen wir uns auf den Boden - um andere dazu zu bewegen aufzustehen und mit uns für unsere Ziele ein-zustehen.

 

MITMACHEN KANN JEDER


Wir laden jeden herzlich ein an unserer Aktion teilzunehmen: Examinierte Pflegekräfte, zukünftige Pflegekräfte, Ärzte, Angehörige, Menschen denen das Thema am Herzen liegt. Gemeinsam zeigen wir: Pflege ist uns wichtig und sollte auch in der Politik eine größere Rolle spielen. Das Thema geht uns alle an. Die nächsten Smartmobs sind am 12. April. 2014 bundesweit geplant.

 

 

Impressionen vom 1. Nürtinger Smartmob